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Di Giovanna verarbeitet den am höchsten angebauten Grillo Siziliens (und der Welt). In Sambuca.

„Was wäre Sizilien ohne den Anbau von Oliven und Reben?“ Wir befinden uns im Herzen des Naturschutzgebietes Monte Genuardo, im Gebiet zwischen Contessa Entellina und Sambuca, wo die von dichten Eichen-, Pinien- und Steineichenwäldern bedeckten Berge in sanfte Hügel übergehen. Die Landschaft ist mit Überresten arabischer Burgen gesprenkelt und in Gelb und Ockertöne der kultivierten und mit Weizen bedeckten Flächengetaucht und dazwischen grünen üppige Rebenreihenund wachsen silberne Olivenhaine. Dies ist das Land des Betriebes Di Giovanna und mit uns sprichtGunther Di Giovanna, dessen Familie zwischen diesen Hügeln seit fünf Generationen Wein und Öl produziert. Und noch einmal so lange kümmert sie sich um das Land: „Wir Landwirte, wir Winzer sind alle Verwalterpro tempore von einem Stück Land, das uns überleben wird und wichtiger ist, als wir“, erklärt er überzeugt, „wir haben die Pflicht, es unter besseren Bedingungen zuhinterlassen, als wir es vorfanden, und es zu etwas Schönerem und Wertvollerem zu wandeln“.

Diese Liebe und dieser Respekt für das eigene Land führten vor zwanzig Jahren zu der Entscheidung nach den Regeln des biologischen Landbaus zu produzieren: Di Giovanna tut dies seit 1997. Das Jubiläum – 20 Jahre Biobetrieb–wurde 2017 gefeiert und durch zwei wichtige Errungenschaften, die das Territorium betreffen, besiegelt: Die Formierungdes biologischen Bezirks der sikanischen Dörfer„Distretto biologico dei Borghi Sicani“, der vom AIAB (Italienischer Verband für Bio-Landbau), einem Weg, der 2015  begannund zur Unterzeichnung eines gemeinsamen Protokolls durch die Gemeinden Sambuca, Caltabellotta, Giuliana, Contessa Entellina führte und in der Anerkennung der Marke „Città del Bio“ (Bio-Ort) für Sambuca mündete. Ende Mai 2017 wurde es während der Veranstaltung Cantine Aperte (offene Kellereien) bekannt gegeben und dem Weingut Di Giovanna vom Bürgermeister von Sambucaeine Urkunde als Anerkennung für ihren wichtigen Beitrag auf diesem Weg überreicht.

Die Entscheidung, biologisch zu produzieren, stimmt nicht nur mit der Sichtweiseder Di Giovannasüberein, die sie von ihrer Rolle und Verantwortung gegenüber dem Territorium haben, sondern repräsentiert auch eine kommerziellerfolgreiche Wahl für den Eintritt in neue Märkte, insbesondere in Nordeuropa, den Vereinigten Staaten und Japan. Dort sind die Kunden für dieses Thema besonders sensibel, erklärt uns Gunther. Er und sein Bruder Klaus (der scherzend einwirft, dass sie mit sizilianischem Vater und deutscher Mutter einen solcher „Blends“ ergeben, die oft die interessantesten Ergebnisse ergeben) verbringen ganze Tage in den Weinbergen, bringen sich ein, mit den Händen schmutzig von der Erde und braun gebrannt wie „Maurer“, wollen sie es auch bei Wein beweisen und lachen voller Stolz.

Hundert Hektar Land, aufgeteilt auf fünf Weinberge in Gerbino, Paradiso, Miccina, San Giacomo und Fiuminello bereiten ganz schön viel Arbeit. Die mit Reben bepflanzten Hektar sind vor kurzem von 56 auf 64 gestiegen. Auf ihnen wachsen autochthone Rebsorten –wie Nerello Mascalese, Nero d’Avola, Grillo – und internationale –wie Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah, Chardonnay und bald auch Alicante Bouschet.Alle sind nach einer sorgfältigen, pedoklimatischen Studie angepflanzt worden, um das am besten geeignete Terroir für jede Sorte zu finden. „Unsere Idee ist es, in jedem Fall den autochthonen Sorten immer mehr Raum zu geben“, betont Gunther.

Ein Weg, der im Laufe der Jahrhunderte (der erste Weinberg wurde 1860 von Ururgroßvater Ciaccio angelegt!) Höhen und Tiefen verzeichnete, hat sich jedoch inzwischen zu einem stetig wachsenden, quantitativen und qualitativen Trend eingependelt.

Mit 85% der Produktion, die für den Export bestimmt sind, dominieren die Märkte jenseits der Alpen: an erster Stelle Deutschland, von wo aus die Eltern von Gunther und Klaus, Aurelio und Barbara,das Weingut unterstützen und ein echtes Hauptquartier mit Lager und einem Distributionszentrum für Nordeuropa haben; und die Vereinigten Staaten, wo Gunthers Frau,Melissa einegut ausgebildete amerikanische Sommelière, die vom sizilianischen Charme bezaubert wurde und dort ein Heimspiel hat.

grillo volare alto

Der Wunsch ist es jedoch, auch auf dem heimischen Markt noch stärker Fuß zu fassen, für den etwa 50.000 Flaschen bestimmt sind, die an ausgewählte Kunden und Qualitäts-Weinhandlungen gehen. Es ist ein Wort, „Qualität“, das im betrieblichen Kontext immer wieder auftaucht. Der Imperativ dieses soliden Unternehmens, -das auf den 13 Hektar Olivenhainen mit Nocellara und Biancolilla auch ein wunderbares natives Olivenöl extra für den Export produziert –, ist klar und in die Eingangstür der Abfüllanlage eingraviert: „Volare Alto“ (wörtlich: hoch fliegen/hoch hinaus wollen).

Er war der Vater von Gunther und Klaus, Aurelio Di Giovanna, der diese Worte an der Wand der Kellerei fixieren wollte, um den Geist und die Politik des Unternehmens zusammenzufassen, vor allem als Aurelio in den 80er Jahren, zusammen mit anderen aufgeklärten Unternehmern Siziliens, zum Protagonistenbei dergrundlegendenWende des sizilianischen Weinbauswurde: “von derMathematik der Quantität zur Philosophie der Qualität“, wie Gunthererinnert.

„In Sizilien haben wir ein Sprichwort:‘calati junco chi passa la china‘ (ital.piegati giunco finché non è passata la piena),was soviel bedeutet wie: ‘Angesichts von Übergriffen und Schwierigkeiten sollte man sich beugen, nachgeben, um nicht zu brechen und sich dann wieder zu erheben, wenn das Übel vorbei ist‘. Doch dem stimme ich nicht zu„, sagt Guntherund bezieht sich auf eine Fußballmetapher:„Die beste Verteidigung ist der Angriff. Italien hat jahrelang in der Deckung und Verteidigung gespielt, bis die Mannschaft mit Lippi angefangen hat, in den Angriff überzugehen und zu gewinnen. So muss es Sizilien machen, wie diese Deutsch-Sizilianer mit ihrer unbändigenEnergie – die berühmte sizilianische Stärke, mit viel harterArbeit im Weinbergzur Üppigkeit der autochthonen Sorten. „Sizilien hat als Weinbauland alle Voraussetzungen, um ambitioniert zu sein und nach den Sternen zu greifen. Es gibt keinen einzigen Grund, nicht auf dieses Land wetten“.

Und mit einer neuen Wette will dieses Weinguts in der Tat hoch hinaus und spricht von neuen Grenzen, auch was die Höhenlage betrifft: Sie sind noch klein, die Rebstöckedes Grillo, die im März 2017 im Weinberg von Fiuminello auf 830 Metern über dem Meeresspiegel angepflanzt wurden. „Es wird der am höchsten angebaute Grillo in Sizilien sein“, lächelt Gunther „… und natürlich der ganzen Welt“. Es wächst buchstäblich zwischen den Steinen, dieser Grillo aus den Bergen, auf einem kalkhaltigen Boden, der dem Wein einen besonderen Charakter verleiht. „DieIntention ist es, einen einzigartigen Weißwein zu erhalten“, erklärt Gunther, „einen sehr eleganten, feinen, mineralischen Wein mit niedrigem Alkoholgehalt, einer interessanten aromatischen Komplexität und ausgeprägter Frische“. Fast als wenn er sagen würde: ein sizilianischer Grilloaber mit einem Touch Friaul.

Das erste Jahrgang dieses „Hochmassivs“-Grillo wird der 2019er sein, der im Frühjahr 2020 abgefüllt wird und wir können es kaum erwarten, ihn zu probieren.

Beim Verlassen des Weinguts denken wir noch einmal darüber nach, was wir an diesem schönen Tag gesehen und besprochen haben: über Bio-Landbau, Zertifizierungen, Wachstum, Weinreben, Territorium, Grünschnitt, Herausforderungen, Mülltrennung und Recycling, Bewässerung, ländliche Wege und Zukunftsträume für die eigenen Kinder und das eigene Land. Mit dem wundervollen Eindruck, dass es in diesem Teil Siziliens eine wirkungsvolle Synergie zwischen der lokalen Verwaltung und den Unternehmen gibt, und dass insbesondere das Weingut Di Giovanna ein meisterhaftes Beispiel für eine herausragende Produktion ist, sowie eine Institution, die Sizilien und das Territorium voranbringt. Abgesehen von den Klischees und Nörglern, die von Rückständigkeit und Unterentwicklung sprechen: Hier, meine Damen und Herren, hier will man hoch hinaus.

Di Giovanna 
Contrada San Giacomo
92017 Sambuca di Sicilia (AG)
Tel.: +39 0925 1955675; Mobil: +39 329 8355523
www.di-giovanna.com

Pressetext von Giovanna Abrami

Übersetzung Katrin Walterwww.simplywalter.com